Praxis

Zu den verschiedenen Formen der Praxis gibt es zahlreiche Informationsquellen, zum Beispiel auf der Website des European Institute of Applied Buddhism, EIAB (auf Deutsch) oder der Website von Plum Village (auf Englisch).

Zentral sind insbesondere auch die Achtsamkeitsübungen als gemeinsamer ethischer Rahmen:

Zentrale Texte für die Praxis:

Zentren, in denen Kurse und Retreats angeboten werden, sind hier zu finden.

Achtsamkeitspraxis

„Unser wahres Zuhause ist der gegenwärtige Augenblick. Wenn wir wirklich im gegenwärtigen Augenblick leben, verschwinden alle unsere Sorgen und Nöte und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern.“ (Zenmeister Thich Nhat Hanh in „Heute achtsam leben“)

Achtsamkeit ist mit einer offenen Geisteshaltung verbunden. Alle Phänomene, die aufgrund von inneren oder äußeren Reizen im Bewusstsein auftauchen, werden mit einer gleichmütig-akzeptierenden Wahrnehmung bedacht.

In der Achtsamkeitspraxis versucht man den gegenwärtigen Augenblick, so wie er ist, wahrzunehmen und sich zu vergegenwärtigen. Wenn wir genau hinschauen, besteht ein Moment unserer Wahrnehmung aus einer Vielzahl von Einzelbestandteilen. Zähneputzen, zum Beispiel, ist nicht gleich Zähneputzen- wir bewegen die Zahnbürste nicht immer im gleichen Rhythmus, die Zahnpasta verteilt sich nicht immer auf die gleiche Weise und unsere Gedanken und Emotionen währenddessen sind sowieso von Mal zu Mal immer unterschiedlich. Kein Moment gleicht dem anderen, so dass wir, wenn wir Achtsamkeit im Alltag wirklich praktizieren, uns der Vergänglichkeit und Einzigartigkeit eines Augenblicks zunehmend bewusster werden.

Dies führt auch zu der Erkenntnis, dass es sich nicht „lohnt“ in einem gegebenen Moment, an einer Emotion wie beispielsweise Wut oder Enttäuschung festzuhalten. Sind wir achtsam und im Hier und Jetzt verwurzelt, nehmen wir die Wut zur Kenntnis und lassen sie danach los, um dem folgenden, neuen Augenblick in unserem Leben Platz zu machen. Um es mit Thich Nhat Hanhs Worten auszudrücken: während wir einatmen, umarmen wir die Wut, während wir ausatmen, lächeln wir ihr zu und lassen sie los.

Im Buddhismus unterscheiden wir vier Grundlagen der Achtsamkeit:

  1. Die Achtsamkeit auf den Körper;
  2. Die Achtsamkeit auf die Gefühle und Emotionen;
  3. Die Achtsamkeit auf den Geist;
  4. Die Achtsamkeit auf geistige Objekte.

Eine wirkungsvolle Methode, um sich die Praxis der Achtsamkeit schrittweise anzutrainieren, ist die Übung der Achtsamkeit auf die vier Positionen des Körpers. Egal ob wir gehen, liegen, stehen oder sitzen – „unser Körper ist immer dabei“. Das heißt, wir können diese Achtsamkeitsübungen überall durchführen, egal wo wir uns augenblicklich befinden und was wir gerade tun. Wir benötigen lediglich unseren Körper und unseren Geist dazu.